200 Jahre, eine Familie, hunderte Fotos: Krupp

23. August 2011

Wer in Essen wohnt, kommt notgedrungen um einen Namen nicht herum. Menschen heißen so, Straßen heißen so, Krankenhäuser heißen so, Gebäude heißen so, Firmen heißen so… Essen heißt mit Nachnamen Krupp. Vor allem, nachdem sich „Krupp“ wieder in Essen angesiedelt und massig an Baustellen verursacht hat. Denkt man an Krupp, kommt erst Essen, dann Stahl und dann die Villa Hügel und genau in dieser war ich letztens um mir die Ausstellung Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten anzusehen.

Zu allererst ging es aber in die übrigen Räume der Villa. Alte knarrende Dielen, 15qm große Ölbilder, Schnörkel, Stuck, Stoff an den Wänden, kleine Wendeltreppen, alte Bücher… großartig. Die Tatsache allerdings, dass es auch dementsprechend ungelüftet und alt roch, war nicht sonderlich angenehm, weil das Wetter auch lediglich kurze Kleidchen zu ließ und so alte Gebäude noch nicht den Luxus einer Klimaanlage genießen durften.

Die eigentlich Ausstellung war in der ersten Etage aufgebaut. In verschiedenen Räumen wurden Dias gezeigt, alte schwarz-weiß Bild ausgestellt. Man konnte Bilder von verschiedenen Reisen begucken, Urlaubsbilder, Hochzeitsbilder, Kinderbilder, aber vor allem konnte man auch sehen, wie Essen und die Firmengebäude früher ausgesehen haben. Am meisten war ich ja von den wirklich alten Bildern fasziniert. Die die noch mit der Daguerrotypie hergestellt wurden, die noch aus Platten bestanden und aussahen wie gemalt. Wir haben uns die Nasen an der Glasscheibe plattgedrückt und hätte ich nicht gewusst, dass es eine Fotografie ist, wäre es für mich eine Zeichnung gewesen.

In einem Raum war eine Großformatkamera aufgebaut. Ich gestehe, ich habe keine Ahnung, wie diese Art Kameras funktionieren, was der Unterschied zu Kleinformat- und Mittelformatkameras ist und überhaupt habe ich im Leben noch nie so ein riesen Ding gesehen.
Und da sind wir auch schon meinem klitzekleinen Kritikpunkt. Ich hätte mir gewünscht, wenn auch die Kameras ausgestellt worden wären, mit denen die Bilder gemacht worden sind. Vor allem, weil die Familie Krupp schon früh auf Leica gesetzt hat und ich ein Herz für alte Kameras habe.

Weil man drinnen keine Bilder machen durfte, müsst ihr euch leider mit der Fassade der Villa zufrieden geben.

Gruß und Kuss und

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