Deutsche Sprache, schöne Sprache

26. Januar 2014

Man lernt nie aus. Auch nicht nach 20 Jahren. Ich bin mir nicht sicher, wie es so weit kommen konnte, aber seit einigen Wochen bin ich so motiviert wie die letzten Jahrzehnte nicht. Ich will lernen. Auch wenn es viel ist, auch wenn es hart ist und auch wenn ich eigentlich keine Ahnung von der Materie habe. Scheinbar ist mein Hirn aus einem Dornröschenschlaf erwacht und saugt alles in sich auf, was über den Sehnerv im Oberstübchen landet. Es fängt bei willkürlichen englischen Vokabeln an, geht über zu weltwichtigen Marketingstrategien, bis hin zum arabischen Frühling. Vor einigen Monaten empfahl mir meine liebste Marie ein Buch: „Kauf das, dann lernst du endlich, wie man richtig schreibt!“. So oder so ähnlich zumindest. Es ging um das Buch „Deutsch für junge Profis“ von Wolf Schneider. In 32 Rezepten schreibt er genau das, was man in 13 Jahren Schule vermutlich noch nie gehört oder nur ansatzweise zufällig mal aufgeschnappt hat. Nach der Grundschule kann ich für meinen Teil behaupten, dass ich nur noch Gedichte, Bücher und den fiesesten lyrischen Unfug analysieren musste. Habe ich dabei gelernt, wie man grade Sätze bildet? Nö!

„Wer schreibt, will verstanden werden.“ Unter diesem Motto fängt Schneider bei Adam Riese an und hört bei Eva Zwerg auf. Wie beginnt man einen guten Text, der nicht schon nach drei Wörtern zum Wegklicken verleitet? Und wenn man den ersten Satz überstanden hat, wie schafft man es, dass der Leser auch den zweiten und dritten Satz liest? Welche Unwörter lassen jedes interessante Thema zu einem langweiligen Buchstabenbrei werden? Und wie schreibt man offizielle Texte, wie Bewerbungen, Mails oder wissenschaftliche Arbeiten, die beim Leser ankommen? Welche Anglizismen sind erlaubt, bis man sich lächerlich macht und beim wievielten Synonym sollte man wieder auf das ursprüngliche Wort zurückgreifen?
Vor allem seine Meinung zum Thema verschachtelte Sätze und möchtegern-klug Blabla kann ich guten Gewissens unterschreiben! Ich bekomme regelmäßig Anfälle, wenn ich für die Uni irgendein Fachchinesisch lesen muss. Halbseitige Sätze sind da keine Seltenheit und die Quintessenz vieler Texte ist meist so simpel, dass ein Pixibuch völlig ausgereicht hätte.
Wer wie ich schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, der sollte sich dieses Buch kaufen. (Ich komme mitten aus dem Ruhrpott, ich kann nicht anders.) Wer noch zur Schule geht und seit Jahren damit beschäftigt ist, irgendwelche Texte zu analysieren, der sollte sich dieses Buch kaufen. Wer irgendwann mal irgendwas mit Buchstaben und Sätzen und Sprache machen will, der sollte sich dieses Buch kaufen.

Was gibt es bei euch heute zu essen? Ich weiß nicht, was ich kochen soll! 

Gruß und Kuss und

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1 Comment

  • Reply Kathi 27. Januar 2014 at 22:34

    Das wär definitiv eine Anschaffung wert! Schreiben tu ich in erster Linie für mich, aber es wäre schon schön, wenn es auch anderen Lust macht, es zu lesen ;)
    Und man lernt schließlich nie aus hihi :)

    Viele Grüße
    Kathi

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