Die Island Chroniken. Snaefellsness hin und zurück.

Arbeitstitel: Der Arsch der Welt.

18. Januar 2019

Recap: Ich will Polarlichter sehen und habe im März Geburtstag. Welch bessere Ausrede gibt es also, sich im März nach Island zu verabschieden, um sich auf die Suche nach Polarlichter zu machen? Hier gelangst du zu Teil 1 der Serie.  

Aber zuerst… Bevor es auf die dreistündige Autofahrt von Reykjavik nach Snaefellsness gehen sollte, war ein bisschen Bewegung von Nöten. Dank der zentralen Lage des Hostels, war die Hallgrimskirkja nur einen Katzensprung weit entfernt und wir alle wissen, ich Liebe eine gute Aussicht. Hoch gehts mit dem Aufzug, kostet allerdings auch stolze 8€ (1000 ISK) um sich ein bisschen den Eiswind um die Ohren wehen zu lassen. Die Aussicht ist dafür wirklich nicht schlecht.  

Disclaimer: Das ganze Ding wurde von mir selbst organisiert und finanziert. Ich habe von niemandem materielle oder finanzielle Gegenleistungen für einen Link, eine Erwähnung oder sonst was erhalten.  Und trotzdem WERBUNG: für Icewaer, West Park Guesthäuser, Google Maps und Affiliate-Links. 

Tipp: in der Innenstadt gibts einen Icewear Laden. Meine mitgeschleppte H&M Mütze hab ich nicht einmal aufgesetzt. Das Icewear Stirnband ist mir dafür in den 2 Wochen am Kopf festgewachsen. War halt wärmer.

Auf nach Snaefellsness

Ich muss gestehen, ich habe einige Ecken nur ausgesucht, weil mir die Bilder gefallen haben, die mir im Vorfeld begegnet sind. Wie soll man auch sonst planen? Snaefellsness war eine der Ecken, die ich mir unbedingt angucken wollte. Wobei es eigentlich egal ist, wohin man auf Island fährt. Man hat überall eine unfassbar faszinierende und wunderschöne, einmalige Landschaft.  

Sobald man aus Reykjavik raus ist und sich jenseits des Golden Circle befindet ist dann auch Schluss mit Zivilisation und Menschen und Geräuschen und wo man sich vorher noch gedacht hat “WOW” fährt man jetzt mit offenem Mund und “WTF?” an schneebedeckten Hängen und buckligen Lavafeldern vorbei. Man sieht wer einem Übermorgen entgegenkommt und kann gespannt darauf sein, welches Wetter sich hinter der nächsten Kurve auftut, denn wie in Dublin änderte sich auch auf Island gefühlt dreimal die Stunde das Wetter. Man möchte am liebsten überall anhalten und noch ein Foto machen und noch eins. Und endet mit 1000+ Bildern weil man bei jedem Stop in alle 4 Himmelsrichtungen fotografiert.  

Hotel Review: West Park Guesthouse

Das Guesthouse liegt direkt in einem Nationalpark in der Nähe von Helissandur* unweit vom Meer. Kilometerweit kann man in beide Richtungen spazieren und trifft auf nichts als Weite und noch mehr Nichts.  Zu der ganzen Anlage zählen 8 Häuser mit je 4 Zimmern, die sich Küche, Bad und Wohnzimmer teilen.  Zu meinem erstaunen, war mein Haus voll. Es hat mich ohnehin des öfteren gewundert, dass sich da zum Arsch der Welt noch Menschen haben hinverirrt. Das Haus war sauber, alle Bewohner haben sich daran gehalten, die Schuhe am Eingang auszuziehen und nicht mit den dreckigen Stiefeln durch die Wohnung zu stiefeln. Einziges Ding, die ganze Anlage ist wirklich jenseits von allem.

Zusammenfassung 

  • Lage: 4/5
  • Preis/Leistung: 3/5
  • Ausstattung: 3/5
  • Sauberkeit: 4/5
  • Sonstiges: 4/5
  • Total: 18/25
  • Ø 3,6

Tipps zum Autofahren auf Island

Woran man sich auf Island einfach gewöhnen muss: „mal eben“ von der Unterkunft irgendwo hin fahren is in der Regel nicht. Hier eine halbe Stunde, da eine halbe Stunde und plötzlich ist man „nur kurz“ drei Stunden unterwegs gewesen, weil man die Felsspalte sehen wollte und vergessen hat, Kekse zu kaufen.  Sich vorher eine feste Route zu überlegen ist Key. 

Auch wenn die Straßen zum Rasen einladen, lasst den Bleifuß zuhause. 

In Island ist eine Maximalgeschwindigkeit von 90km/h außerhalb der Städte vorgeschrieben. Man sollte sich auch wirklich dran halten. Ich wurde irgendwo im Nirgendwo von einem Raser überholt, 20 Minuten und einige viele Kilometer später stand er da im Graben, weil er von der Polizei angehalten wurde. Bei Interesse einfach mal googlen; Island lässt sich rasen teuer bezahlen, aber du bekommst soweit ich weiß noch Rabatt, wenn du die Strafe direkt bezahlst.

Rasen unerwünscht

Ich gehörte zu den fahrenden Verkehrshindernissen. Das Auto hat jenseits der 80 angefangen zu klappern und schwanken und man hat seine eigene Performance nicht mehr gehört. Mit 70 sieht man auch mehr von der Gegend und bekommt sogar die Haltebuchten alle paar Kilometer besser mit. Einziger Nachteil, ich habe für keine Strecke so lange gebraucht, wie Google Maps es mir prophezeit hat. In der  Regel waren es 1-3 Stunden mehr und ich saß nicht selten 5-6 Stunden im Auto, weil ich überall angehalten habe. Man hält mal hier, mal da, guckt sich die Aussicht an und hat den ein oder anderen Sightseeing Spot auf der Route.

Snaefellsness in Bildern - Kirkjufellfoss

Vermutlich eines der meistfotografiertesten Motive auf Island. Zu recht. Kirkjufell

Londrangar

Die ganze Fahrt über war das Wetter mies, am Guesthouse angekommen ging die Welt unter und bei einem Blick in den Himmel, sah es nicht sehr vielversprechend aus. Wie zuvor schon erzählt, ändert sich auch auf Island das Wetter recht häufig, weswegen man immer einen Blick auf die offizielle Seite des Wetters haben sollte. vedur.is Denn die ist verdammt akkurat. Und so kam es, dass ein kleines Fenster ohne Regen und vielleicht sogar mit Sonne angesagt war und ich „mal eben“ zur Küste fuhr, wo ich unbedingt hin wollte. Eine halbe Stunde konnte ich die letzten Sonnenstrahlen einfangen, bevor sich den Rest des Abends das Tor zur Wetterhölle öffnete. 

Die Londrangar Küste. 

Fazit

Snaefellsness mit nur einer Übernachtung mitzunehmen, war nicht meine beste Idee. Es ist mehr Fahrerei, als dass man wirklich was gesehen hat. Aber das weiß man vorher nicht, was sich lohnt und welche Gegend man sich auch hätte sparen können. Es ist ein Nationalpark, den man nicht „mal eben“ erkunden kann, wenn man nur ein wirklich kurzes Zeitfenster hat. 

Der beste Plan ist vermutlich, wenn man Snaefellsness und die Westfjorde zusammen erkundet oder nur die Ring-Road fährt. Eine Kombination aus beidem lohnt sich wirklich nur, wenn man sich Zeit lässt und 4 Wochen auf der Insel ist. 

Und morgen? Da fahren wir zuerst mal zu den Trollen….

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2 Comments

  • Reply Die Island Chroniken: Zelten im März | ISABELLA BLUME 22. Februar 2019 at 15:37

    […] Recap: Ich will Polarlichter sehen und habe im März Geburtstag. Welch bessere Ausrede gibt es also, sich im März nach Island zu verabschieden, um sich auf die Suche nach Polarlichter zu machen? Hier gelangst du zu Teil 2 der Serie.   […]

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