Die Island Chroniken: Zelten im März

Arbeitstitel: Ich muss mal

22. Februar 2019

Ich hasse Camping. Ich mag es nicht, im Zelt zu schlafen, auf das jeder Betrunkene fallen könnte. Ich mag es nicht, auf einer Luftmatratze zu liegen, die grundsätzlich über Nacht Luft verliert. Und ich möchte wenn ich die Augen auf mache, den Himmel sehen. Für all diejenigen, denen es genauso geht, ich hab da was gefunden. Man tausche das Zelt gegen eine Holzhütte und die Luftmatratze gegen eine normale Matratze. Man hat eine Tür und ein Fenster und kann in diesem Holzhüttenzelt sogar stehen. Und schon ist Camping im März garnicht mehr so schlimm wie es sich anhört. Jackpot…

Recap: Ich will Polarlichter sehen und habe im März Geburtstag. Welch bessere Ausrede gibt es also, sich im März nach Island zu verabschieden, um sich auf die Suche nach Polarlichter zu machen? Hier gelangst du zu Teil 2 der Serie.  

Disclaimer: Das ganze Ding wurde von mir selbst organisiert und finanziert. Ich habe von niemandem materielle oder finanzielle Gegenleistungen für einen Link, eine Erwähnung oder sonst was erhalten. Und trotzdem WERBUNG: für Verlinktes, Holzhüttenzelte, Trolle und Hot-Tubs.

Snaefellness -> Borgarnes

Von Snaefellsness aus ging es wieder zurück Richtung Reykjavik. Bis Borgarnes. Die Strecke zwischen Snaefellsness und Varmahlíð -meiner nächsten Destination im Norden Islands- wäre fahrtechnisch vermutlich irgendwann eine Tortour geworden. Auch wenn man quasi nichts macht, Autofahren ist anstrengend. 

Der Zwischenhalt auf dem Fossatun Camping Pods Platz Campingplatz* musste also her, auch wenn es ein kleiner Umweg war. Bei der Planung der Route und den Unterkünften habe ich immer versucht, nicht mehr als 250 km pro Tag zu fahren. 

Routenplanung

So kommt kein Zeitdruck auf, man muss morgens nicht in aller Herrgottsfrühe los und kann wenn man will auch einfach irgendwo rumstehen und sich die Gegend angucken, hat aber vor allem noch Zeit, den Zielort zu erkunden. So zumindest mein Gedanke dahinter, der für die ersten Strecken auch vollkommen zutrifft. Irgendwann allerdings ähnelt sich die Langschaft derer, die man schon seit Tagen sieht und die anfängliche Begeisterung schwindet von einer 11/10 zu einer 9,5/10. 

Hier kitschiges Zitat einfügen. 

Hotel Review: Fossatun Camping Pods

Wie schon erwähnt, ich bin kein Campingfreund. Zu wissen, dass man mitten in der Nacht mit einer vollen Blase durch die Matsche zur nächsten Hütte waten muss ist für mich alles, aber nicht romantisch. Nichts ist am Camping romantisch. Es ist dreckig, kalt und nass. Es sei denn, man hat eine Holzhütte.

Von außen sehen die Hütten nicht sehr geräumig aus. Sind sie aber. Zwar nicht super isoliert, aber sie halten dem isländischem Wetter stand und bei Bedarf kann man sogar die Heizung an machen. Aber nicht zu hoch, sonst fliegt die Sicherung raus. (Steht auf dem gelben Zettel, da rechts.)

Für umgerechnet rund 10€ kann man sich Schlafsack, Handtücher und Kissen leihen. Lara, warum warst du jetzt eigentlich bei IKEA? Weil ich zu geizig war, Schlafsack, Kissen und Handtücher zu leihen.

Für meinen ersten Camping Versuch nach bestimmt 20 Jahren war die Nacht bescheiden, aber in Ordnung. Meine Blase hat ihren Beitrag geleistet. 

Würde ich in den Fossatun Camping Pods nochmal unter kommen? Ja.

Irgendwann habe ich einen Garten, in den ich mir genau so eine Hütte stellen werde. Dorthin werd ich mich mit einer Tasse Tee und einem Buch verkriechen und dem Regen zuhören, wenn er auf das Dach prasselt. Das ist romantisch, denn wenn er Tee leer und die Blase voll ist, kann ich über einen beleuchteten festen Weg zurück ins Haus gehen.

 

Und sonst so?

Die Küche war komplett ausgestattet und sauber. Allerdings war der Campingplatz für März auch nicht sonderlich gut besucht. Ich möchte nicht wissen, wie es dort zu Hochzeiten aussieht. Ich bin mir auch nicht sicher, wie die Hand voll Toiletten reichen sollten, wenn mal alle Hütten besetzt sind. Wer mag, kann auch in den hauseigenen Hot-Tubs eine Runde plantschen. 

Viel mehr hat mich allerdings der Toll-Rundweg begeistert. Was ich vorher nämlich nicht wusste, rund um den Campingplatz wird eine Geschichte der Trolle auf Island erzählt.  

Zusammenfassung

  • Lage: 4/5
  • Preis/Leistung: 4/5
  • Ausstattung: 4/5
  • Sauberkeit: 4/5
  • Sonstiges: 3/5
  • Total: 19
  • Ø: 3,8
„Lege deine rechts Hand an dein Herz und die linke auf den oberen Stein. Atme tief, schließe die Augen und denke an all das Gute, das dir im Leben widerfahren ist.“
Als sie die Hand zurückzog, konnte man auf dem Stein einen Abdruck erkennen. Viele haben seitdem ihre Hand in den Abdruck gelegt und die reinigende Kraft des Steins gespürt. und sich an ihm von Sorgen und negativen Gedanken befreit. 
Oft sprechen die Menschen diese Strophe, wenn sie sich am Stein von ihren Sorgen befreien: 
Gewiss ist es ein langer Weg und schwer, 
das Leben kurz, der Missgeschicke viel,
doch erhaben über alle Nöten und Begehr

leuchtet in der Ferne dir das Ziel. 

Eine trollige Angelegenheit

Der Besitzer der Anlage war etwas beeindruckt von der Geschichte der Trolle auf Island, konnte aber keine historische Geschichte zu den Troll-Fällen finden. Und wo es keine gibt, denkt man sich eben eine aus. Zu den Steinformationen, die aussehen wie Troll-Gesichter, die man am Ufer des Flusses finden kann. Wie sie da hingekommen sind. Trolle bewegen sich nämlich nur im dunkeln und erstarren zu Stein, sobald sie der Sonne ausgesetzt werden. Mittlerweile gibt es schon drei Bücher zu seinen Troll-Geschichten und die unangenehmen Wesen (Grýla ist scheinbar nicht die netteste aller Trolls und isst unartige Kinder.) haben es in die Realität auf den Troll-Berg geschafft.

Für die Troll-Falls muss man nun wirklich nicht anhalten. Für einen kleinen Fußmarsch über den Trollberg kann man schon mal anhalten und sich hinterher im Restaurant bei einem Kaffee aufwärmen.

Wer blinzelt zuerst?

Und Morgen? Da fahren wir durch einen Schneesturm, der mich beinahe von der Straße geweht hat… 

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1 Comment

  • Reply Die Island Chroniken: Der Schneesturm Arbeitstitel: Zwischen „Ich fang mit dem Trinken an“ und „Scheiße, ich muss ja Auto fahren.“ | ISABELLA BLUME 28. Februar 2019 at 14:00

    […] Wenn du wissen willst, was ich im letzten Teil gemacht hab, hier geht es zu den Trollen.  […]

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