Denk nicht, mach! – Journeyman

2. Januar 2014

Moin, frohes neues Jahr allerseits! Kater überstanden? Perfekt, dann kann das  Jahr ja los gehen. Bei meinem exzessiven „Ich muss Weihnachtsgeschenke kaufen“ – Raubzug habe ich vermutlich mehr für mich gekauft als für die Lieblingsmenschen. Es ist aber auch wirklich fatal. Man rennt von einem Laden in den nächsten und die eigene „Will-haben“ Liste wächst und wächst. Und wie es nunmal so ist, irgendwann lässt auch das letzte bisschen Vernunft nach, denn weder bei Schuhen, noch bei Tassen, geschweige denn bei Büchern kann ich nein sagen. Allein schon für den Titel hätte ich das Buch gekauft, nachdem ich aber allein den ersten Satz auf dem Einband sah, war es meins. „Wie kommt man einmal um die Welt mit nur 255 Euro auf dem Konto?“ Für mich als chronischer Pleitegeier DIE Frage überhaupt.
Journeyman: 1 Mann, 5 Kontinente und jede Menge Jobs

Dies soll keine Review des Buches werden, ich bin auch noch gar nicht durch damit, aber es ließ mich nachdenken. Wie können Menschen Monate oder Jahre unterwegs sein? Was ist mit der Familie? Wer geht mit dem Hund zum Tierarzt? Was macht man mit dem Hausrat? Einfach nichts haben? Welche Versicherungen brauche ich? Wie viele Klamotten nehme ich mit? Kann ich waschen? Was mache ich mit meiner Wohnung? Wo soll stell ich meine Schuhe unter? Wovon soll ich leben? Was kommt danach? Ich brauche eine Liste!!!
Wenn meine Professoren von ihren monatelangen Reisen erzählen bekomme ich glitzernde Augen, ich sauge alles in mich auf und mein Herz schreit laut: „Ich auch!“ Mein Hirn allerdings schaltet sofort auf Panik um und schleudert mir eine Frage nach der nächsten um die Ohren. Und genau dieses ewige „alles tot denken“ geht mir gewaltig gegen den Strich. Würde man es drastisch darstellen, könnte man es als Neophobie betiteln. Die Angst vor dem Unbekannten/Angst vor Neuem. Salopp gesagt: Gewohnheitstier. Man sagte mir vor einigen Jahren mal: „Denk nicht, mach!“. Und genau das hätte ich schon meinem 14-jährigen Ich raten sollen. Aber kann man das so einfach abstellen? Einmal mit den Fingern schnippsen und schwupp bin ich spontan und höre auf mir dämlich Fragen zu stellen?!
Ein Jahr habe ich noch Zeit spontan zu werden, das Denken zu verlernen und meinen Hausrat auf ein Minimum zu reduzieren, bis ich dann einen Strich unter meine Lernkarriere machen kann. Bis dahin lese ich weiter meinen All-Time-Favorite Blog Lilies Diary, die das letzte Jahr vermutlich drei mal um den Erdball flog. Oder Fun for Louis der seit gefühlten dröfzehn Jahren aus dem Koffer lebt und alle paar Wochen auf einem anderen Kontinent sein Unwesen treibt.

Was würdet ihr eurem 14-jährigen Ich sagen?

Gruß und Kuss und

PS: Für alle Fernwehgeplagten: Kauft euch das Buch!

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3 Comments

  • Reply christine polz 3. Januar 2014 at 12:26

    Ich finde solche Geschichten immer sehr, sehr faszinierend. Schon immer war ich total begeistert von so Geschichten wie „Into the Wild“ usw. Und so sehr ich oft Fernweh geplagt bin, kann ich mir doch nicht vorstellen über Jahre oder Monate hinweg auszusteigen… Faszinierend, aber ich Reise dann doch lieber einfach ein paar Wochen im Jahr herum, da ich mir nicht vorstellen kann Beruf, Familie und Freunde so komplett hinter mir zu lassen.

  • Reply Sarah ♡ 5. Januar 2014 at 10:55

    Danke :) Ohh meinem 14 Jährigen Ich würde ich so einiges sagen, vor allem dass sie erst gar nicht mit diesem einen Jungen anfangen soll :D

  • Reply Blondine vs. Redhead : 28. September 2014 at 22:36

    […] ich würde es immer wieder selber machen. Jetzt allerdings bin ich für alle Schandtaten bereit. Denk nicht, mach! Was wollt ihr schon seit Ewigkeiten tun, traut euch aber einfach […]

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