Mein Wort zum Sonntag: Die Frage nach dem Sinn des Lebens

12. Oktober 2014

Noch ist es Sonntag. Morgen ist Montag und der Wahnsinn beginnt von vorne. Aber noch ist Sonntag und ich bin alles andere als glücklich. Wobei, eigentlich stimmt das nicht so ganz. Eigentlich gar nicht. Ich bin glücklich. Mir geht es gut, alles läuft und trotzdem, oder grade deshalb ist da diese verfluchte innere Sonntagsunruhe. Sonntage sind in der Regel dazu da, einfach nichts zu machen. Vielleicht ein bisschen aufzuräumen oder zu putzen, lesen, schlafen, Formel 1 gucken. Einfach faul sein. Aber vermutlich ist genau das, das Problem. Sonntags hat mein Oberstübchen Freigang und nutzt dies auch schamlos aus. „Was willst du eigentlich mit deinem Leben mal anstellen?“ „Hast du schon einen Plan?“ „Warum kannst du dich nicht entscheiden?“ Irgendeine StudiVZ Gruppe hieß mal: „Es ist Zeit, schreiend im Kreis zu rennen.“ und das passt grad wie Arsch auf Eimer. Was will ich eigentlich mit meinem Leben anstellen? Als Hippie in einer Kommune in Nimbin enden?  Oder doch lieber die Stadtvilla irgendwo in New York? Will ich das Buch schreiben, was mir mittlerweile schon jeder ans Herz gelegt hat oder will ich das machen, was ich studiert habe? Wobei ich selbst mit meiner Studiererei noch eine Menge Auswahl habe. Ich will alles.

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Ich brauche Ziele, am besten mehrere, auf die ich hinarbeiten kann. Schon in der Schule mussten Gründe her, weswegen ich dies und das lernen sollte. „Nimm es einfach so hin. Das ist eben so.“ Nichts ist einfach so. Wenn ich solche Dinge wie in Kunstgeschichte lernen sollte, welcher Maler dieses und jenes mit seinen Bildern ausdrücken wollte, blockierte ein dicker fetter Balken die Schaltzentrale da oben. Schikane!

Meine Baustellen in der Uni sind mittlerweile auf ein Minimum reduziert und auch mit dem Praktikum bin ich nicht 24/7 beschäftigt. In den letzten Jahren habe ich vor allem eins gemerkt, ich funktioniere nur, wenn es sich auf der „To-Do“-Liste knubbelt. Wenn ich Abends im Bett liege und nicht weiß wo mir der Kopf steht. Kurz hatte ich darüber nachgedacht, eine Weiterbildung zum Feng-Shui Berater zu machen. ;)  Aber nur wirklich ganz kurz. Sehr kurz.

Wenn ich gefragt werde, was ich mal werden will, dann sag ich „Glücklich“. Aber was ist Glücklich eigentlich? Ist Glücklich sein ein dauerhafter Zustand oder nur ein Moment und eigentlich Zufrieden mit dem Leben sein ein Zustand? Ich bin Zufrieden, es gibt keinen Grund unzufrieden zu sein, und doch bin ich mit der Gesamtsituation unzufrieden. Macht das Sinn? Ist das der Sinn des Lebens? Nicht zu wissen was der Sinn ist und von einem vermutlichen Sinn zum nächsten zu stolpern? Ich bin raus!

Schluss mit motzen. Was bin ich froh, dass gleich Montag ist.

Wann wusstet ihr, was ihr mit eurem Leben anstellen wollt? So endgültig?

Gruß und Kuss und ☮

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1 Comment

  • Reply Kathi 15. Oktober 2014 at 13:30

    Wenn ich’s schon wüsste, dann würde ich nicht drüber nachdenken, den Dalai Lama in seinem Kloster in Nepal zu besuchen, nur damit ich mal meine Ruhe habe :D
    Nein, Scherz beiseite. Ich wünschte, ich wäre schon so selbstsicher und zufrieden und glücklich, dass ich nicht mehr danach suchen müsste, was ich mit meinem Leben anfangen will – das ist nämlich auf Dauer ganz schön anstrengend…

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