Mailand: Mode oder Minimalismus?

24. August 2016

Aus jeder Erfahrung nimmt man irgendetwas mit. Vielleicht nicht sofort, vielleicht auch nicht in naher Zukunft, aber irgendwann. Abstand, Ablenkung oder ein kleines bisschen Verdrängen, das braucht man manchmal um einen anderen Blickwinkel auf eine Situation zu bekommen. Seit einigen Tage habe ich Mailand wieder im Kopf. Vielleicht weil mein Fernweh aktuell den Großteil meiner Gedanken einnimmt und ich schon drei mal kurz davor war, den günstigen Flug nach Honolullu zu buchen. Vielleicht hat die italienische Modemetropole aber auch irgendwas verändert. Eigentlich nicht nur vielleicht, sondern das hat sie.

isabella-blume-mailand-travelblogger-milano-vegan-duomo-raybanSeit Mailand bin ich wieder ein kleines bisschen angefixt. Von Mode. Wie hätte es auch anders kommen sollen? Nicht nur findet man vermutlich jede Marke aus jeder Preiskategorie allein im Stadtzentrum, auch die Italiener dort sehen durch die Bank weg aus, wie aus dem Ei gepellt. Da kann es vorkommen, dass man sich in seinem unauffälligen Touri-Outfit wie eine graue Maus fühlt. In keiner Stadt war der Unterschied zwischen Locals und Touris bisher so groß. Wer keinen knallroten Lippenstift oder mindestens irgendwas von Micheal Kors oder Marc Jacobs trug war Tourist. Punkt.

Vor allem in der Galleria Vittorio Emanuele, wo sich Prada, Luis Vuitton und Co. gute Nacht sagen, kam hier und da das Bedürfnis auf, nicht unbedingt nach den im Schaufenster ausgestellten Teilen, sondern danach einfach alles in der Garderobe auszutauschen. Mal davon abgesehen, hätten mich die Türsteher ohnehin nicht rein gelassen. Ich sah völlig verwahrlost aus. Und das muss geändert werden. Es ist schier unmöglich aus dem Land von Trussadi, Dolce & Gabbana und Co. nicht mit einem kleinen Wunsch nach Hause zu fahren, seine Garderobe aufpimpen zu wollen. Hallo Konsum.

isabella-blume-mailand-travelblogger-milano-vegan-galerie-vittorio-luis-vuitton-prada-diorDas Hotel Regina* machte den Aufenthalt in Mailand auch nicht unbedingt schlechter. Im Gegenteil. Auch wenn ich immer der Meinung bin und bleibe, dass ein Dach über dem Kopf und ein nicht schimmeliges Badezimmer reicht… son paar Sterne sind schon ganz fancy. Nicht das Frühstück und auch nicht das Fernsehprogramm, aber alles andere. Die Lage, dieses kleine dunkle Zimmer und einfach das ganze Gefühl, als ich mit meinem Trekkingrucksack über den Marmorboden, an komischen Statuen vorbei, Richtung Aufzug pilgerte und ihn mir dann mit irgendwelchen Anzugträgern teilte. Das Zimmer war komplett nach meinem Geschmack. Dunkle Dielen, schwere Möbel und ein Bett das ich gerne mit nach Hause geschmuggelt hätte.

Und genau dort in diesem kleinen Zimmer, am Fenster, mit im Hintergrund klappernden Straßenbahnen, nicht einem Fetzen blauem Himmel und einem halbleeren Rucksack, weil ich die Hälfte vergessen hatte; da war einfach alles egal. Was brauchst du schon? Ein Dach über dem Kopf. Was zu futtern und die Option den halbleeren Rucksack zu packen um weiter zu ziehen. Und selbst die vergessenen Teile, oh Wunder, die brauchst du auch nicht.
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Ich werde es wieder versuchen. Im großen Stil ausmisten. Mal ehrlich, nichts tut so gut, Säcke voll Klamotten im Kinderheim abzugeben oder sich nicht durch die Tiefen des Kleiderschranks wühlen zu müssen. Vor allem gibts keine bessere Methode, den Kopf frei zu bekommen, um sich auf Wichtiges zu fokussieren. Mein Kopf ist seit 2-3 Monaten nicht in einem Zustand, in dem ich ihn gerne hätte und wo er mal war. Organisiert.

Lassen wir uns mal überraschen, wer am Ende siegt. Die Klamotten oder der Minimalismus.

Und ihr so? Mini oder maxi Garderobe? 

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4 Comments

  • Reply Kathi 25. August 2016 at 16:45

    Oh ja…. Minimalismus läuft bei mir so ab: Ich möchte eine Capsule Wardrobe haben. Ich schmeiße meinen halben Kleiderschrank weg. Ich freue mich, dass alles so clean ist. Ich frage mich, warum ich eigentlich nur weiße, schwarze und graue Sachen habe. Ich kaufe bunte Sachen ein. Ich möchte eine Capsule Wardrobe haben… und so weiter :D

    • Reply Lara 2. September 2016 at 14:45

      Meinen Kleiderschrank könnte man aktuell mit einem schwarz weiß Stummfilm vergleichen. :D

  • Reply Gina 1. September 2016 at 13:21

    Mir gehts gerade ähnlich. Habe in Deutschland meinen Kleiderschrank radikal ausgemistet, bevor ich nach Italien gezogen bin. Und jetzt sitz ich hier und komme mir permanent underdressed vor… Mein Plan ist es jetzt, in Vintageläden nachhaltig, aber irgendwie modisch aufzustocken. ;) Viele Grüße an dich!

    • Reply Lara 2. September 2016 at 14:42

      Das ist gar keine schlechte Idee. Ich bin noch dabei auszusortieren. Mal gucken, was am Ende bleiben darf.
      Viele Grüße nach Italien. :)

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