Warum Weglaufen manchmal doch eine gute Idee ist

10. April 2016

Vermutlich jeder wollte als Kind mal von Zuhause weglaufen, wenn Mama und Papa wieder gemein waren. Oder wenn man keine Lust mehr hatte auf die Schule oder einfach dieses blöde Gemüse nicht essen wollte. Gekommen ist man höchstens bis zum nächsten Spielplatz. Ich zumindest. Ich hatte tatsächlich mal den Gedanken wegzulaufen. Warum, das weiß ich nicht mehr. Ich tendiere dazu, wenn mir alles über den Kopf wächst, ich sauer bin oder einfach irgendwo fest stecke, das Weite zu suchen. Eben schon als Kind.

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Irgendwann dann, da wird man plötzlich „erwachsen“, ärgert sich nicht mehr über Schule, Familie und Gemüse, sondern über Politik, Finanzen und ausverkaufte Joghurts bei Rewe. Und ehe man sich versieht, steckt man mitten im Alltag fest. Er ist halt ziemlich bequem, wird aber irgendwann furchtbar schwer.Und täglich grüßt das Murmeltier.  Mit Nebenwirkungen; Faden verloren, verlaufen und mit der Verantwortung fürs eigene Leben irgendwie überfordert. Mein Tipp: alles hinwerfen und weglaufen. Sei es nur für einige Stunden um durch die Gegend zu spazieren, für ein paar Tage in eine andere Stadt oder eben für einige Monate mit dem Rucksack nach Thailand. Irgendwann kann dann nämlich auch Netflix, Schoko und das Bett nicht mehr weiterhelfen.

Probleme lösen sich (meist) zwar nicht von selbst, aber eine ganze Menge andere positive Dinge bringt so ein Tapetenwechsel über Ländergrenzen mit sich:

  • Ablenkung und Abstand, vor allem Abstand zur eigenen Komfort-Zone
  • Probleme sehen von weiter Weg, viel viel kleiner aus, als sie eigentlich sind
  • Ein erweiterter Horizont lässt weiter blicken
  • Schafft man einmal den Alltag auszublenden, hat man wieder mehr Platz im Kopf, für wichtige Dinge und um sich neu zu fokussieren
  • Motivation, Inspiration, Kreativität; nichts gibt mehr Kraft, als Nachts auf der Tower Bridge zu stehen, nichts inspiriert mehr als ein Gang durch Park Güell und selbst unkreative Köpfe nehmen bestimmt etwas mit aus der kleinen Patisserie an der Ecke. Und seien es nur 2 Kilo.

Vor allem aber,

„One’s destination is never a place, but a new way of seeing things.“ – Henry Miller

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Was tut ihr, wenn euch alles zu viel wird?

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3 Comments

  • Reply Kathi 10. April 2016 at 8:51

    Hallo meine Liebe,
    been there, done that wie die Briten sagen. Ich hab da genau den gleichen Ansatz, wie du, wenn mir alles zuviel wird. Am besten taugt es mir natürlich, in ein Flugzeug zu steigen, doch wenn das grade nicht möglich ist, dann schnür ich die Laufschuhe und geh eine Runde rennen. Je größer das Problem, desto schneller renne ich – weil’s mir die tolle Illusion gibt, dem ganzen doch irgendwie weglaufen zu können. Und wenn es bloß für die halbe Stunde ist, in der ich mich mit Kanye West beschalle und mir Knieschmerzen hinjogge…

  • Reply Flo 10. April 2016 at 23:52

    „Aber ich mag es, das Fliegen in Flugzeugen. Es gibt einen Moment, wenn Du abhebst, da hast du das Gefühl was auch immer passiert, es ist in Ordnung.“
    Raymond Carver – Würdest Du bitte endlich still sein, bitte

  • Reply Nicca 17. April 2016 at 15:42

    Reisen ist wunderschön, aber meistens leider auch mit Kosten verbunden. Um mich abzureagieren, mache ich sehr gerne Sport und versinke danach in einem Buch – dann geht es mir danach zumindest etwas besser. :)

    glg, Nicca von kosmeticca.blogspot.com

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