TravelGuide Riga: 48 Stunden in der lettischen Hauptstadt

24. November 2017

Es gibt nur wenige Orte, die ich anderen Orten vorziehen würde. Jede Destination hat irgendetwas besonderes und ist auf seine Art einzigartig doch hin und wieder tanz eine Ecke aus der Reihe und man denkt einmal mehr gerne an das gesehene zuück. So geschehen in Riga im vergangenen Jahr. Und weil die baltischen Staaten zu unrecht unterbewertet werden, gibt es heute den ersten "TravelGuide: Riga" mit einigen Tipps, wie man das meiste aus einem Wochenende in der lettischen Hauptstadt um Umgebung rausholen kann.

TravelGuide Riga: 48 Stunden in Lettland travelguide riga

In Lettland leben rund 2,3 Millionen Menschen auf einer Fläche von der Größe Bayerns (+-12,5 Mio. Einwohner). Das ist tatsächlich nicht viel, was man auch vor Ort zu bemerken ist. Auch wenn es der schönste Septembertag ist, die Straßen sind nicht voll. Es gibt einige Touristen, aber nicht ansatzweise so viele, wie man vielleicht von anderen Destinationen gewohnt ist. Von daher dürfte auch am Wochenende oder in der Hochsaison nicht so viel Trubel in der Stadt sein, dass es unangenehm wird.

Ankunft in Riga

Mit der Buslinie 22 kann man vom Flughafen nach Riga rein fahren. Die e-Tickets am Automaten kosten 1,15 Euro pro Fahrt. Wenn man das Ticket beim Fahrer kauft, wird es 2 Euro kosten. Diese Preise gelten im übrigen für alle Busfahrten in Riga. Das Ticket vom Automaten kann man dann im Bus entwerten. Es ist auch möglich mehrere Fahrten auf dieses e-Ticket zu buchen, wenn man weiß, dass man ohnehin lieber Bus fährt als läuft. Alles zum Thema Tickets gibts hier in englischer Sprache.

Natürlich kann man auch mit dem Taxi fahren, aber das kostet zum einen mehr und zum anderen sieht man mit dem Bus mehr von der Gegend, weil er doch den ein oder anderen Umweg fährt. Die Fahrt mit dem Bus dauert gut 30 bis 40 Minuten, mit dem Taxi gehts natürlich schneller.


travelguide rigaFlughafen

Gut zu wissen: Die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel in Riga/Lettland sind etwas speziell. Wenn ein Bus um 10:20 kommt, muss es nicht heißen, dass um 11:20 Uhr auch ein Bus kommt. Die Fahrpläne haben teilweise keinen nachvollziehbaren Rhythmus und es ist am besten, wenn man sich bei der Ankunft ein Foto macht, wann denn wieder was zurück fährt. Hier ein Beispiel, wie die Zeiten nach Majori (s.u.) aussehen: 7:56, 8:33, 9:02, 9:20, 9:54, 10:54, 11:28, 12:16... usw.

Unterkunft: Hotel, Hostel, Appartment

Wie auch bei den öffentichen Verkehrsmitteln, stürzt man sich in Lettland nicht in Unkosten, wenn man gescheit übernachten will. Man kann, aber auch das Studentenbudet reicht für mehr als das 12-Bett Zimmer im Gammelhostel in der Ghettogegend. Stöbert man durch die großen Unterkunftsportale fällt schnell auf, dass viele der Unterkünfte relativ neu aussehen und auch super bewertet werden.
Ich weiß nicht, wie es vor der Unabhängigkeit 1990 und vor dem EU Beitritt 2004 aussah und ob es da einen Zusammenhang gibt, aber ich glaube, so richtig viel falsch machen, kann man nirgends.

Meine Tipps: Beim Stöbern nach Hotels und Hostels, die mir durch die Lappen gegangen sind, bin ich auf ein Hotel gestoßen, mitten im Jugenstilviertel, in welches ich mich vermutlich bei einem nächsten Riga Besuch einnisten würde. Vom Elizabete Design Hotel* kann man Museen, Parks und andere Sehenwürdigkeiten einfach zu Fuß erreichen.

An unser Hotel, ist ein Hostel mit angebunden. Das Gogol Park Hostel* liegt etwas außerhalb der Altstadt, aber trotzdem noch so nah, dass man alle Sehenswürdigkeiten in einem Fußmarsch erreichen kann. Die Review zum Gogol Park Hotel ist hier auf dem Blog nachzulesen.

Einkaufen & Essen

Verhungern wird in Riga keiner und es ist mit Sicherheit für jede Ernährungsart irgendetwas dabei. Die Markthallen sind was das angeht definitiv ein Besuch wert. Jede Halle bietet eine andere Art Lebensmittel, von Fleisch über Käse bis hin zu Nüssen und jeglicher Art von Getränken. Tomaten für einen Euro das Kilo und Melonen von denen man eine Woche essen könnte. Die Lebensmittel kommen frisch aus der umliegenden Landwirtschaft und werden täglich ab 7 Uhr dort verkauft.

Adresse: Nēģu iela 7, Latgales priekšpilsēta, Rīga, LV-1050, Lettland

Aber auch die Restaurants und Bars geben sich in der Altstadt die Klinke in die Hand. Tipps von mir sind der Raw Garden (heißt jetzt New Beginnings) und Fat Pumpkin. Dort bekommt man 1A vegan/vegetarische Küche und diese teilweise sogar glutenfrei. Mehr Infos dazu im jeweiligen Blogpost.

Adresse Fat Pumpkin: Grēcinieku iela 11, Centra rajons, Rīga, LV-1050, Lettland

Adresse Raw Garden: Skolas iela 12, Centra rajons, Rīga, LV-1010, Lettland

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Tag 1:  Sightseeing in Riga

Nachdem die Grundlegenden Dinge jetzt geklärt sind, gehts jetzt an den eigentlichen Grund, weswegen du nach Riga kommen solltest. Die Stadt besichtigen und auf dich wirken lassen. Eine Ecke Europas erkunden, die du auf den ersten Blick vermutlich gar nicht auf dem Schirm hattest und nach deinem Besuch immer wieder gerne dran zurück denken wirst. Versprochen...

Wer keine Lust hat, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, der sollte sich mit dem Konzept der Free Walking Tour auseinander setzen. Dort führt einen ein Local durch die Stadt, erklärt, erzählt Geschichten und gibt einen Einblick in das Leben vor Ort. Am Ende gibt man dann so viel, wie einem die Tour wert ist.

Akademie der Wissenschaft mit Aussichtsplattform

Die Altstadt Rigas

Vor allem in der Altstadt kann man sich schnell verlaufen, wenn man ohne Plan unterwegs ist und das ist an dieser Stelle auch gewünscht. Wenn man sich treiben lässt und einfach nach Gefühl durch die kleinen kopfsteingepflasterten Gassen schlendert kommt man sich nicht nur vor wie im vergangenen Jahrhundert, man findet auch in jeder Ecke ein neues Highlight. Kleine Shops, gruselige Hinterhöfe oder eben den Blick auf wunderschön restaurierte Häuser aus den vergangenen Jahrhunderten.

"Ich wünschte, diese Kopfsteinpflaster könnten sprechen." Man kann sich kaum vorstellen, was diese alten Gebäude schon gesehen haben müssen. Eines der ältesten Gebäude stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert und ist das Schwarzhäupterhaus. Zwar wurde es während des Kriegs arg in Mitleidenschaft gezogen, konnte aber Ende der 90er wieder renoviert, restauriert und neu aufgebaut werden.

Spots in der Altstadt:

  • St. Petri Kirche (Beeindruckender Überblick über die Altstadt - 9 Euro)
  • Bremer Stadtmuskanten (Direkt neben der St. Petri Kirche)
  • Schwarzhäupterhaus
  • Katzenhaus
  • Die Drei Brüder
  • uvm...

Pro Tipp: Arbeitet euch zuerst durch die Altstadt, auch wenn Riga selbst im September nicht überlaufen war, ist es zu den Hochzeiten außerhalb der Altstadt angenehmer.

 

Schwarzhäupterhaus

Vor allem aber gilt immer: auch mal nach oben schauen. Es könnte sein, dass man beobachtet wird.

Die Bremer Stadtmusikanten und der eiserne Vorhang.

Bremen ist die Partnerstadt Rigas.

Außerhalb der Altstadt

Um die Altstadt herum wurden viele Grünflächen und Parks auf dem alten Stadtwall angelegt. Der Wassergraben ist noch immer vorhanden.

Freedom Monument Rigas

Die drei Sterne stehen für die drei historischen Regionen Lettlands.

Elizabethes Iela

Und sonst so?

Natürlich ist es nicht möglich, alles an einem Tag zu besuchen, auch ist das Interesse unterschiedlich und die Vorgehensweise eine Stadt zu erkunden. Nichtsdestotrotz, ist Riga vor allem bekannt für seine beeindruckende Architektur aus den verschiedenen Epochen. Wer davon komplett unbeeindruckt ist und für Geschichte nichts übrig hat, dem würde ich davon abraten, dort hin zu fliegen.

  • Museen
    • Natural History Museum (2 Euro)
    • National Museum (kostenlos)
    • War Museum (kostenlos)
    • Holocaust Museum (kostenlos)
    • Okkupationsmuseum (Ausstellung: kostenlos, Führungen durch den Keller: 5 Euro)
  • Aussichtspunkte
    • Akademie der Wissenschaft (5 Euro)
    • Fernsehturm (4 Euro)
  • Drinks with a View
    • Skyline Bar - Elizabetes iela 55, Riga 1010
  • Jugendstilhäuser
    • Alberta Iela
    • Elizabethes Iela (Nr. 10b)
  • Markthallen (s.o.)
  • Geburtskirche (zumindest von außen ein Hingucker - von innen Geschmackssache)
  • Souveniers

Tag 2: Wir machen einen Ausflug

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Zum Meer:
Majori/Jurmala

Majori ist ein Teil des Gebiets Jurmala und liegt an der Ostsee. Vor allem für den Kilometerlangen Strand ist das Gebiet nicht nur bei Einheimischen in den Sommermonaten sehr bliebt.

Was das Städtchen aber so besonders macht, sind die vielen alten und wunderschönen Jugendstil-Holzhäuschen. Viele sind noch sehr gut erhalten und katapultieren einen direkt in eine andere Zeit.

Hier sollte man gut einen halben Tag einplanen.

Anfahrt: Die Fahrt nach Majori dauert ungefähr eine halbe Stunde und kostet für Hin- und Rückfahrt 1,40 Euro. Wenn man die Rückfahrt direkt mit bucht, bekommt man sogar noch Rabatt.

Ins Grüne:
Gauja Nationalpark

Der Gaujuk Nationalpark ist der älteste und größte Nationalpark in Lettland. Den Namen erhielt er durch den Fluss Gauja, der mitten durch den Park fließt.

Im Nationalpark ist für jeden Naturliebhaber was dabei. Burgen und Schlösser, ein Freilichtmuseum und faszinierende Höhlen und Steinwände. Ohne Plan sollte man allerdngs nicht hin fahren, da das Angebot dort riesig ist. Weitere Infos sind hier zu finden.

Hier sollte man gut einen Tag einplanen. Ist vielleicht ehr etwas für diejenigen, die günstige Flugzeiten erwischt haben.

Anfahrt: Der Gauja Nationalpark liegt noch etwas weiter außerhalb Rigas und ist vom Hauptbahnhof mit dem Zug zu erreichen. Die Fahrt dauert ungefähr 80 Minuten und kostet 1,90 Euro.

Mit Geschichte:
Salapils Memorial

Über das Salapils Memorial habe ich erst vor kurzen hier auf dem Blog schon etwas veröffentlicht.

Das Memorial wurde auf dem Gebiet eines ehemaligen Konzentrationslagers errichtet. Es ist beeindruckend aber auch ziemlich beklemmend, dort mitten im Wald zu stehen, mit dem Gedanken, was dort vor über 60 Jahren passiert ist.

Hier sollte man gut einen halbenTag einplanen.

Anfahrt: Das Memorial erreicht man mit dem Bus und einer halben Stunde laufen. Das Ticket kostet 1,15 Euro pro Fahrt, wenn man das Ticket beim Fahrer kauft, dann 2 Euro pro Fahrt.

Hol dir alle hier erwähnten Spots

Alle hier erwähnten Punkte und einige mehr habe ich euch in einer Karte zusammengefasst. Ich bin ein großer Freund von Google Maps und plane in der Regel alle meine Trips dort. (Allgemein landen alle mal gehörten Destinationen dort, damit ich sie nicht vergesse.) Wenn ihr einen Google Account habt und eingeloggt seid, dann könnt ihr den kleinen Stern neben der Überschrift der Karte klicken und alle meine Tipps landen direkt in eurer Google Maps Karte.

Jetzt zu euch:
Wer noch weitere Tipps hat, die fehlen und unbedingt ergänzt werden sollten, nur her damit.

Ich habe an diesem Ding jetzt gut einen Monat gewerkelt. Infos, Bilder, Karte und alles noch irgendwie ansprechend layouten mit einem Plugin, welches mich hasst... Not fun. Aber: ist diese Art zu viel? Zu wenig? Zu viel geschwafel? Was kommt zu kurz?

Ich brauche Meinungen!

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