Was kannst du denn eigentlich noch essen? – FAQ/1

10. August 2013
Das ist vermutlich die in den letzten 10 Monaten mir am meisten gestellte Frage. Was ich esse, wie ich das durchhalte, ob ich keine Mangelerscheinungen habe, ob mir nicht was fehlt und ob ich einen Unterschied merke. Wie andere damit umgehen, wie ich mit den Reaktionen anderer umgehe und ob ich nicht wieder „normal“ essen will. Natürlich geht es um mein mittlerweile seit Oktober anhaltendes Projekt: Ich esse vegan. Beantworten kann ich das alles: eine Menge, ganz einfach, nein, nein, ja. Gut, gut, bisher nicht. Fertig! Aber das wär vermutlich nicht sehr zufriedenstellend. Für alle.
Wie hat alles angefangen? Warum machst du das?
Nach meinem Ausflug in die Skinny Bitch Welt war das Thema Fleisch für mich gegessen (haha) und ich fing an, mich mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen. Da ich nie viel Fleisch gegessen habe, fiel es mir ziemlich einfach, es von meinem Speiseplan zu streichen. So als mehr oder weniger schlechter Vegetarier futterte ich mich durch die Weltgeschichte, bis ich Anfang letzten Jahres den Rappel bekam, dass sich was ändern müsse. Das Fett muss weg! Lange Rede kurzer Sinn, ich beschäftigte mich wieder intensiver mit dem was ich da eigentlich tagtäglich in mich rein stopfte und da ich sehr anfällig bin für hübsche, bunte Verpackungen und leere Versprechen, wanderte Attila Hildmanns ‚Vegan for Fit‘ in den Warenkorb und im Oktober 2012 wagte ich mich dann an die berühmt berüchtigte „Challenge“. Hier, hier und hier nachzulesen.
Über die Weihnachtszeit dann holperte es ein bisschen, aber seit einigen Monaten kann ich sagen, dass ich, anders als erwartet, hoffentlich zu 100% vegan esse.
Wie hälst du das eigentlich so lange durch?
Für mich ist es mittlerweile keine Herausforderung mehr. Ganz davon abgesehen, dass auch wieder Brot, Nudeln, Kartoffeln und Reis auf meinem Speiseplan stehen, welche in der „Challenge“ nicht erlaubt waren. Leider sind auch einige andere Sachen wieder auf dem Speiseplan gelandet, die es zwar einfacher, aber nicht besser machen. Dunkle Schokolade, Oreo Kekse sind da nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt natürlich auch Momente, in denen ich mich frage, ob ich ewig so weiter leben will, dann allerdings hab ich meine pro und contra Liste im Kopf, was gegen und was für tierische Produkte spricht und das Thema hat sich für mich wieder eine Zeit lang erledigt.

Hast du keine Mangelerscheinungen?
Nicht mehr, als vorher auch. Wer sich einseitig ernährt, dem fehlt immer irgendwas. Das passiert auch, wenn man jeden Tag Pommes und Schnitzel isst. Ich gebe zu, ich hab Eisentabletten immer in der Tasche, aber wenn man die nicht regelmäßig nimmt, bringt es auch nichts und ich nehme sie höchstens einmal im Monat, wenn ich meine Tage kriege.
Was allerdings wirklich irgendwann fehlen kann, ist Vitamin B12, da dies nur in tierischen Produkten zu finden ist. Da die Speicher allerdings für mehrere Jahre ausreichen, mach ich mir da jetzt noch keine Gedanken drüber.

Fehlt dir nicht irgendwas?
Das einzige was fehlt, ist das Angebot außerhalb meiner eigenen vier Wände. Ich habe mir mal einen Spaß erlaubt und die Bäckereifachverkäuferin gefragt, was sie hat, das ich essen kann. Die Gute ist mit ihrem Zettel völlig verwirrt hin und her gerannt und hat mir im Endeffekt nur Körnerbrötchen unter die Nase gehalten. Naja, die können ja auch lecker sein.

Merkst du einen Unterschied zu früher?
Ja. Eindeutig. Aber es sind nur Kleinigkeiten. Die Allergien sind weniger schlimm geworden. (Pollen, diverse Obstsorten, Sonne, Tierhaare… etc.) Die Haut ist besser geworden. (Es sei denn, ich stopf mal wieder eine Packung Oreos in mich rein.) Haare wachsen wie Unkraut. Ich brauche keine Schmerztabletten mehr. Auf den Supermanneffekt, dass ich plötzlich fit und wach bin und Bäume ausreißen könnte, warte ich allerdings noch. Vermutlich vergebens.

Wie geht dein Umfeld damit um?
Da mich ohnehin alle für bekloppt halten, hab ich eigentlich einen Freifahrtschein für alles. Schon das Vegetarierding hat ewig gebraucht, bis es in den Köpfen der Familie war. Man muss Geduld haben. Gleiches gilt für Freunde und Bekannte. Die einen interessieren sich, die anderen schenken dir Vogelfutter zum Geburtstag.

Was ist mit negativen Reaktionen?
Wer sich wirklich dafür interessiert, dem erkläre ich meine Ansichten gerne, wer mich aber nur nerven will und eine imaginäre Wurst vor die Nase hält, der wird ignoriert. Denen ist sowieso nicht zu helfen.
Ich will weißgott niemanden missionieren und blöde Sprüche diesbezüglich gehen im linken Ohr rein und im rechten wieder heraus. Da ich weiß, dass diese Ernährungsform für mich derzeit die Beste ist, lass ich sie reden.

Und was ich jetzt wirklich esse, das gibt es dann im zweiten Teil zu lesen. Wer noch Fragen hat, möge sie bitte stellen oder für immer schweigen.

Wie steht ihr zu dem Thema Fleisch? Es ist ja zur Zeit das Topthema in sämtlich Medien. 
Gruß und Kuss und

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4 Comments

  • Reply Mara Wandelbar 10. August 2013 at 13:57

    Das Unverständnis der lieben Familie kenn ich auch zu gut, wobei ich dazusagen muss, ich bin nur Vegetarierin. Die Milch ist bei mir so ein leiduges Thema, eigentlich würde ich gerne vegan leben/mich ernähren, aber im Moment ist der Widerstand des Umfelds leider leider noch zu groß…

  • Reply Sarah ♡ 10. August 2013 at 21:33

    Oh ja die Reaktionen auf „vegan“ sind eher negativ als positiv und mich nervt es langsam zu erklären warum ich das mache. Naja, es ist mir egal solange es mir besser geht.

  • Reply Fräulein Honig 11. August 2013 at 15:17

    Ich finde das Thema total spannend und toll, dass du es so konsequent durchziehst. Ich stelle meine Ernährung derzeit ja auch um um merke die gleichen, nervigen Kommentare :/ Wie du schon sagst, hier rein da raus. Jeder soll so leben wie er es für richtig hält :)

  • Reply Was kannst du denn eigentlich noch essen? – FAQ/2 | 30. September 2014 at 21:44

    […] ersten Teil des “Was kannst du denn eigentlich noch essen?” – FAQ ging es ehr um die […]

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